Burnus
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Burnus, der (arabisch burnus "Kapuze", wahrscheinlich von griechisch býrros, lateinisch birrus oder birrum), in Marokko auch als silham oder sulham bezeichnet
Ein ärmelloser Wettermantel, der von den arabischen Beduinen im Maghreb über den eigentlichen Kleidern getragen wird. Er besteht aus einem einfachen Halbkreis oder Oval, auf der Brust durch einen gehäkelten Einsatz zusammengehalten. Die angesetzte Kapuze ist quadratisch und entsteht aus einem zusammengelegten Stoffstreifen. Typisch ist die Ausschmückung mit Zierborte und Quaste entlang des Scheitels, am Brusteinsatz sowie an den beiden Eckzipfeln. An den Innenseiten der Ecken finden sich zudem oft Schmuckornamente aus verschiedenfarbiger Seide. (Tilke, Loschek)
Als Material zur Herstellung dient hauptsächlich weiße Wolle oder Baumwolle, übliche Farben waren aber auch Braun, Schwarz oder Blau. Besonders zu festlichen Anlässen wählte man farbige Burnusse. Wer es sich leisten konnte, kombinierte den Burnus farblich passend zum Untergewand. In Südalgerien findet man auch längsgestreifte Woll-Burnusse in Naturweiß, Grau oder Schwarz. (Tilke)
Unter einem Tuchburnus wird oft ein zweiter dünner, weißer Burnus aus Wolle oder Baumwolle getragen. Bei gutem Wetter verwenden die Maghrebiner den Burnus ähnlich wie einen griechischen Himation oder eine Exomis. Dabei liegt der gehäkelte Brusteinsatz auf der Schulter, während die Kapuze als Tasche unter der Achsel hängt. Der Faltenwurf des Burnus kann durch geschicktes Tragen toga-ähnlich wirken. (Tilke)
Ca. 1830 gab es in der europäischen Mode einen Burnus genannten Herrenmantel, Mitte des 19. Jh.s einen gleichnamigen Umhang für die Dame, der zur Krinolinenmode gehörte. (Loschek)
Quellen
- Max Tilke: Studien zu der Entwicklungsgeschichte des orientalischen Kostüms. Wasmuth, Berlin 1923, S. 7, 31
- Ingrid Loschek: Reclams Mode- und Kostümlexikon. 5. Auflage, Philipp Reclam jun., Stuttgart 2005, ISBN 3-15-010577-3, S. 133