Dhoti

Kurzinfo

Namen

dhotar, dhuti, doti, laacha, mundu, pancha, panche, suriya, vaeshtti, veshti

Regionen

Bangladesh Indien Malediven Sri Lanka

Sonstiges

Männerkleidung

Wickelform

Zwei Männer in Dhotis

Delhi, India.

Dhoti, der (von hindi dhoti)

Der Dhoti ist die traditionelle Hose der indischen Männer. Sie besteht aus einer ca. 6,5m langen Stoffbahn aus dünner Baumwolle, die um Beine und Taille gewickelt wird, wo man sie schließlich auch mit einem Knoten fixiert. Der drapierte Hosenbund wird hierbei als kamarband bezeichnet und manchmal noch durch eine Schnalle ergänzt. Regional und je nach Anlass sind zahlreiche Wickelvarianten bekannt. Für den baumwollenen Alltags-Dhoti sind die typischen Farben weiß und creme. Dhotis für spezielle Anlässe können aber auch aus farbenfroher Baumwolle oder Seide, manchmal reich mit Goldfäden verziert, bestehen. Mit seiner Lockerheit und Leichtigkeit ist der Dhoti ideal für die extremen klimatischen Bedingungen des indischen Subkontinents geeignet.

In ganz Indien ist der Dhoti als formelle Kleidung üblich und wird zu religiösen, familiären und kulturellen Anlässen getragen. Besonders beliebt ist er bei Politikern und Kreativen wie Musikern, Poeten und Literaten - er gilt quasi als eine Art kulturelles Statement. Auch Mahatma Gandhi gehörte zu den überzeugten pancha-Trägern, obwohl dies im internationalen Ausland als anstößig betrachtet wurde.

In Nordindien wird er mit der kurta zusammen getragen und in dieser Kombination als dhoti kurta, im Osten auch dhuti panjabi bezeichnet. In Tamil Nadu kombiniert man zum Dhoti den angavastram oder thundu, einen losen Schulterüberwurf, in Andhra Pradesh ein Hemd namens chokka oder eine regionale Variante der kurta, die jubba.

Für die Arbeit und zum Radfahren raffen die südindischen Männer die Wickelhose bisweilen zur Hälfte nach oben, so dass die Beine ab den Knien frei sind. Da es respektlos erscheinen würde, auf diese Weise gekleidet zu Männern oder Untergebenen zu sprechen, wird die Faltung in einer entsprechenden Situation einfach mit einem unauffälligen Handgriff so gelockert, dass der Stoff die Beine wieder komplett bedeckt.

Im Laufe des letzten Jahrhunderts haben westliche Kleidungsstile sich immer weiter durchgesetzt und den pancha schrittweise verdrängt, so dass er weniger zur Arbeit denn als Freizeitkleidung getragen wird. Bei der Jugend in den Großstädten gilt er als unmodisch und dörfisch. Dennoch hat er seine Bedeutung für das tägliche Leben großenteils behalten. Besonders in ärmlichen Bevölkerungsschichten ist er eine willkommene und kostengünstige Alternative zur Hose.

Es gibt viele Namen für diese Hosenform: dhoti oder doti in Hindi, suriya in Assamese, pancha in Telugu, laacha in Punjabi, mundu in Malayalam, dhuti (von sanskrit dhuvati) in Bengal, vaeshti oder veshti in Tamil Nadu, dhotar in Marathi und panche in Kannada oder Karnataka.

Die aus dem Sanskrit stammende Bezeichnung pancha ("fünf") führen manche auf eine bestimme südindische Wickelweise zurück, bei der fünf Knoten zur Drapierung des Kleidungsstücks benötigt werden: Pancha katcham ("fünf Falten" oder "fünf Knoten").

(nina)