Jajim
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Jajim, die (?), unter verschiedenen Bezeichnungen bekannt
Streifenkelim, der heute meist aus 5 schmalen Bahnen zusammengenäht ist. Die 20 bis 30 cm breiten Bahnen werden aus feiner, pflanzengefärbter Wolle oder einer Mischung aus Wolle und Seide auf Flachwebstühlen gewebt. Das Gewebe ist kettsichtig, die Musterung wird durch die farbigen Kettfäden erzeugt, während der Schuss fast unsichtbar ist.
Das Flachgewebe fand vielfältige Verwendung im Alltag z.B. als Tisch- oder Ofendecke, als Vorhang oder Bodenbelag "im gesamten vorderen und mittleren Orient" (Brändl). Besonders hervorragend sind die Streifenkelims der Shasavan (Schahsawan), ein Volk aus der Moghan-Steppe (Mugansteppe) im Iran und Aserbaidschan. "Von einfachen Wellenranken über graphische Symbole, wie Sterne, Kämme und Amulettformen bis zu komplizierten Figuren" finden sich verschiedenste Musterungen, deren Bedeutungen noch wenig erforscht sind. (Preetoriusstiftung)
Die heutigen Jajims sind teilweise aus synthetisch gefärbter Wolle und minderer Qualität.(??) Da das Material der alten Kelims so hochwertig ist, wird es gern zur Herstellung von Taschen und zur Reparatur verwendet, so dass nur noch wenige gute Streifenkelims existieren.
Persische Miniaturen aus dem 15. und 16. Jh. weisen den Gebrauch und das Aussehen der Jajims bereits in früher Zeit nach, wie etwa eine Miniatur aus Herat von 1426, (befindlich in der Chester Beatty Library, Dublin) die eine Liebesszene aus dem Gulestan des Sa'di mit einer verschwenderischen Fülle verschiedener Jajims zeigt. (Preetoriusstiftung)